Aktuelles

Handschlag an der Maschine

Die BMK in Gaildorf-Bröckingen imprägniert Spezialpapiere mit Melaminharz. Die Kunden kommen aus der Möbel- und Fußbodenindustrie.


Holger Schmid (Finanzen), Christoph Menier (Technik), Moritz Menier (Vertrieb) und Ulrich Menier (Strategie) führen das Unternehmen BMK.
Fotograf: just

Im kleinen Gaildorfer Teilort Bröckingen hat die BMK-Gruppe ihren Sitz. Den Ortsnamen trägt das Unternehmen in seiner Bezeichnung. BMK steht für Bröckinger-Möbel-Komponenten. Der Betrieb imprägniert Spezialpapiere, die dann auf Holzwerkstoffe gepresst werden. Als fertige Produkte begegnen die Komponenten vielen Menschen im Alltag – beispielsweise als Oberflächen bei Küchen und anderen Möbeln oder bei Laminat-Fußböden. 

Aufgebracht werden die mit Melaminharz imprägnierten Spezialpapiere auf Holzwerkstoffe durch hohen Druck und Wärme. Möglich sind Holznachbildungen genauso wie Fantasiedekore oder einfarbige Gestaltungen.

Die Rezepturen der Imprägniermittel entwickelt BMK in Bröckingen selbst. Vier Mitarbeiter seien allein mit Forschung und Entwicklung beschäftigt, darunter zwei promovierte Chemiker. Verbessert werden sollen die Produkte in Bezug auf Design, Haptik, Widerstandsfähigkeit und Verarbeitbarkeit. Die Anforderungen an die Möbel- und Fußboden-Oberflächen seien höchst unterschiedlich. Oberflächen, die nach Kolumbien geliefert werden, könnten einer Luftfeuchtigkeit von 80 Prozent und Temperaturen von 50 Grad ausgesetzt sein. In anderen Regionen dagegen sei es eher trocken und kühl.

Melaminharz gilt als weitgehend witterungs- und lichtbeständig, außerdem ist es mechanisch stabil und verträgt Temperaturen bis zu 130 Grad. Es wird aus Harnstoff gewonnen. 

Große Hoffnungen auf weiteres Wachstum setzt das Familienunternehmen in die USA. Dort würden bereits jetzt knapp 40 Prozent des Umsatzes generiert. In North Carolina hat das Unternehmen schon jetzt ein Vertriebsbüro, von dem aus auch Teile Südamerikas mitbetreut werden, macht Moritz Menier deutlich. Er ist bei BMK für den Vertrieb verantwortlich. Rund 2000 Container mit imprägnierten Spezialpapieren liefert BMK jedes Jahr in die Vereinigten Staaten. Derzeit sucht das Unternehmen in den USA einen weiteren Produktionsstandort. Dieser soll seinen Betrieb Ende 2018 aufnehmen.

Konkurrenten übernommen

Zuletzt ist der BMK ein bedeutender Schritt gelungen. Im Oktober 2015 wurde mit der angeschlagenen DKB in Erndtebrück ein großer Konkurrent übernommen. Lange galt die DKB bei den Bröckingern als großes Vorbild. „Die DKB stand kurz vor dem Exodus. Wir konnten das Unternehmen ins Positive drehen", sagt Christoph Menier. Alle Arbeitsplätze am DKB-Standort Erndtebrück seien erhalten geblieben. 

Diese Übernahme gibt der BMK die Möglichkeit, die gestiegenen Preise für Melaminharz, Papier und Titandioxid leichter an die Kunden weiterzugeben. Die BMK-Gruppe verarbeitet jährlich rund 35.000 Tonnen Melaminharz sowie knapp 13.000 Tonnen Papier. 

Schwierig ist es für die BMK, qualifizierte Mitarbeiter zu bekommen und zu halten. Am Umgang mit den Beschäftigten kann dies kaum liegen. Bei einer Betriebsbesichtigung wird das Management von den Mitarbeitern in der Produktion durchweg per Handschlag begrüßt. Ein bestimmtes Berufsbild erwarten die Imprägnierer nicht, aber eine abgeschlossene Ausbildung. Es geht darum, die Anlagen zu bedienen.

QUELLE: www.swp.de

 

Anhang:

 


« zurück